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Jacken

Unter meinem Jackenvorrat befindet sich seit mittlerweile über sieben Jahren eine, die ich nur habe um sie zu Gelegenheiten zu tragen, auf denen Jacken regelmäßig verloren gehen. So beispielsweise bei den verschiedenen Eifelpartys ohne echte Garderobe. Ganze drei Mal habe ich die Jack bis jetzt angehabt, davon einmal tatsächlich auf einer solchen Party.

Am vergangenen Wochenende sollte sie zu ihrem vierten Einsatz kommen. Ein spontaner Besuch einer Eifelfete die zu Fuß zu erreichen war lag an. Und da gab es nicht nur keine “echte” Garderobe, sondern sogar gar keine. Unsere Jacken (insgesamt vier Stück) legten wir daher ungefähr auf halber Länge über die Zeltwand. Am Ende der Party waren noch drei Jacken da. Meine sieben Jahre alte, zum vierten mal getragene Jacke war weg. Nicht besonders tragisch, so dass wir nach ein paar Sekunden Boden absuchen einfach gegangen sind. Besonders kalt war die Nacht sowieso nicht. Vom Hauptzelt aus musste man durch ein Vorzelt, vom Vorzelt über einen kurzen Holzweg zur Straße. Und dann konnte man wählen: links rum, rechts hinter dem Frittenwagen vorbei auf dem gegenüberliegenden Gehweg entlang oder rechts vor dem Frittenwagen am Absperrgitter vorbei. Ich ging an der Spitze und entschied mich für rechts vor dem Frittenbudenwagen entlang.

Keine zwei Meter am Baustellenzaun entlang gegangen sehe ich über eben diesem eine mir vertraut wirkende Jacke liegen. Ich nehme sie und tatsächlich: offensichtlich hat sie sich nur jemand geliehen und sie hier zurückgelassen. Jetzt hängt sie, nachdem ich sie schon abgeschrieben hatte, wieder bei mir im Schrank und wartet auf ihren nächsten Einsatz.

Schirmherr

Ab und zu werde ich gefragt, warum ich eigentlich einen Blog schreibe und nicht für eine Zeitung. Habt Ihr schon mal einen Zeitungsartikel über einen verlorenen Schirm gelesen? Wahrscheinlich nicht, aber eigentlich sind das doch die Dinge, die unser Leben bewegen. Zentralabitur ist ein wichtiges gesellschaftliches Thema, das unbedingt diskutiert werden sollte, aber als bewegt mich persönlich mehr.

Vergangenen Donnerstag war ich mit ein paar Kommilitonen in einer Bar. Wir haben gemütlich zusammengesessen und uns irgendwann entschieden noch in eine Discothek einzukehren. Eine meiner Kommilitoninnen konnte uns leider nicht mehr begleiten, weil sie eine Verabredung zu einem Videoabend hatte. Wegen des Filmtitels „Herr der Ringe“ hatte ich kurz überlegt, diesen Beitrag hier mit „Herr der Schirme“ zu überschreiben und einen Wortwitz daraus zu basteln, aber Humor ist manchmal kritisch. Daher hab‘ ichs mal gelassen. Was mich ein bisschen erstaunt hat: ich dachte immer, gerade „Herr der Ringe“ sei einer der Filme, um den zu sehen man nicht herumkommen, es sei denn aus Überzeugung. Aber sie hat es immerhin bis letzten Donnerstag geschafft.

Ein wenig abgeschweift. Zeitung wäre wirklich nichts für mich… Ich bin übrigens gar nicht sicher, ob sie den Film am Donnerstag wirklich gesehen hat. Gab eine leicht hitzige Auseinandersetzung gegen Ende unseres Bar-Abends. Vielleicht war das auch der schwerwiegendere Grund warum wir sie letztendlich nicht zum mitgehen in eine andere Lokation überreden konnten überredet haben. Achja, der Schirm. Der gehört ihr. Oder sagt man gehörte? Sie hat ihn beim Verlassen der Bar liegen gelassen. Hatte ich eigentlich schon erzählt, dass ihr Name mit einem „J“ anfängt? Für den aufmerksamen Blogleser könnte das vielleicht interessant sein 😉 Sie ist geschätzt 30 Minuten, bevor auch wir aufgebrochen sind, gegangen. Den Schirm haben wir erst bemerkt, als wir im Aufbruch waren. Gefunden habe ich ihn nicht selber, aber da ich ausreichend große Taschen in meiner Hose habe, habe ich ihn an mich genommen.

Vielleicht wäre es keine schlechte Idee gewesen, den Schirm zusammen mit unseren Jacken an der Garderobe der Discothek abzugeben, aber die Idee kam mir nicht (auch sonst übrigens niemandem!). Könnte auch daran liegen, dass es das erste mal seit… ich kann mich nicht erinnern, je etwas, das mir gehört, an einer Garderobe abgeben zu haben… Deswegen war ich möglicherweise etwas nervös. Vielleicht hätte ich aber auch in einer Routinesituation nicht an den Schirm in meiner Tasche gedacht; er hat sich kaum bemerkbar gemacht. So habe ich auch erst nichts verstanden, als mich einer meiner Kommilitonen später in der Nacht (oder sagt man früher am Morgen?) antippt und in die tanzende Menge wies. Erst als er fragt brüllt „Ist das Dein Schirm?“ dünkte es mir: Der Schirm, der da zur allgemeinen Belustigung als Tanzaccessoire benutzt wird, ist der meiner Kommilitonin. Wahrscheinlich hätte er nicht mehr lange überlebt, aber ich konnte den Besitzer schnell dazu überreden, mir den Besitz daran zu überlassen… den Securitymann, den der Schirm zu beunruhigen schien, hatte ich dann übrigens gleich mit erhalten. Er überwachte penibel, wie ich versuche den Regenschirm wieder in meiner Tasche zu verstauen. Habt Ihr schon mal in einer Discothek versucht einen Regenschirm einzupacken? Geht! Der Securitymann entfernte sich, natürlich nicht ohne mir noch mal schnell einen ernsten, fast bösen Blick zuzuwerfen. Der Abend war gerettet und vor allem der kommende Montag: da hätte ich meiner Kommilitonin sonst erzählen müssen, dass ich den Schirm hatte, aber jetzt leider nicht mehr habe.

Als mich der Kommilitone von eben das nächste mal antippte, wies er nicht in die tanzende Menge, sondern auf den Boden. Da lag der Schirm. Einkesselt von tanzenden Menschen. Mir gelang es, mich ohne Schäden durchzudrängen und schon beim dritten mal zugreifen hatte ich ihn! Hä? Drei mal greifen haltet Ihr für viele Versuche? Kennt Ihr nicht diese Greifautomaten mit den Stofftieren? Da wäre man froh, beim dritten Versuch irgendwas zu erwischen! Ich will gerade den Schirm wegpacken, als ich merke: etwas fehlt!? War da nicht eben noch ein Griff? Jetzt ist da keiner mehr. Schon mal in der Disco nach etwas schwarzem, auf dem Boden liegenden gesucht? Ich bis dahin noch nicht und hoffe es auch nicht mehr zu müssen. Man wird geschubst und getreten. Aber das war es wert! Gefunden habe ich den Griff mitsamt dem untersten Teil des Teleskopstils. Wert war es das aber nur im ersten Moment: Der Teleskopstil ließ sich nicht mehr zusammenfügen, weil er, wahrscheinlich unter dem Gewicht eines (oder gar mehrerer) der tanzenden, ziemlich gelitten hat und jetzt an der entscheidenden Stelle nicht mal mehr annährend rund ist. Vielleicht wäre das leicht zu korrigieren gewesen, mein Versuch in der Discothek vereitelte allerdings alle weiteren Versuche dies zu tun.

Der Schirm ist jetzt Müll und dementsprechenden in einem der dafür vorgesehenen Eimer.

Und jetzt mal ehrlich: nach solchen Erlebnissen würde doch niemand mehr über Klimaerwärmung schreiben können, oder…?!

Mainacht 2008

Die Mainächte der vergangenen sieben Jahre waren immer Höhepunkte eines Jahres. Auch mit vereinzelt wegen Krankheit etc. stark dezimierter Mannschaft hatten wir immer eine Menge Spaß. Dieses Jahr, wieder mit kleinerer Mannschaft, kam erschwerend hinzu: wir “mussten” keine Maibäume stellen.

Muss der Abend deswegen schlecht werden? Für mich war alles an dieser Mainacht neu: es war die erste seit sieben Jahren, in denen wir keine Bäume stellen und die erste überhaupt, in der ich als “Mittrinker” eingeplant war. Ich muss zugeben ich war angesichts dieser Umwälzungen ein bisschen skeptisch. Offensichtlich war ich da auch nicht der einzige: Weiterlesen

Tanzparty II . Das No. 1 Tanzcenter Aachen

Eigentlich wollten wir nie mehr eine andere Tanzparty als die der Tanzschule Schröder besuchen. Da wir aber letzten Samstag verhindert waren, haben wir uns nach einer Alternative für den Freitagabend umgesehen und gar nicht so weit entfernt das No.1 Tanzcenter Aachen gefunden. Ich erinnere mich dunkel daran, dass wir mal eine der dortigen Karnevalsveranstaltungen sowie eine Tanzparty besucht hatten, worauf hin wir beschlossen hatten, nie mehr da hin zu gehen, aber das lag so lange zurück, dass ich nicht mal mehr genau weiß, warum wir das damals beschlossen hatten.

Wir konnten daher einigermaßen vorurteilsfrei zur Party gehen. Auf der Website des Tanzcenters steht:

Als eine der wohl schönsten Tanzschulen in Aachen kann man bei uns mehr als nur tanzen oder feiern – in gemütlicher Atmosphäre Unterhaltung suchen und finden ist hier jederzeit möglich – oder möchten Sie vielleicht einfach mal zusehen, wie man sich im Discofox dreht oder bei der Rumba flirtet?

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Penn – Ball 2008

oder: das schönste Geburtstagsgeschenk??

Die ‚harten’ Fakten vorneweg:
Eintritt: 11,– €
Beginn: 20 Uhr
Cola/Limo/Wasser: 1,60 €
Parken: 7,50 € für knapp 7 Std.

Pennball 2008 Stadtgarde Öcher Penn Session
Mit Geburtstagsgeschenken ist das ist ja manchmal so eine Sache. Man weiß nicht immer wie sie ankommen. Meine Tanzpartnerin hat sich dieses Jahr besonders weit aus dem Fenster gelehnt und mir eine Eintrittskarte für den Penn-Ball 2008 geschenkt. Keiner von uns kannte die Veranstaltung und zum Geschenk dazu gehörte auch eine Begleitperson: meine Tanzpartnerin selber 😉 Da keiner mit hingehen wollte, bliebs auch bei uns beiden. Grundsätzlich ist das nicht besonders schlimm, aber zu zweit auf einer Party ist ja tendenziell eher kritisch.

Eintrittskarte vom Penn-Ball

Aber was solls, daran haben wir im Vorfeld vorsichtshalber einfach keine Gedanken verschwendet. Also: hin. Um 20.30 Uhr waren wir im Parkhaus und den Zufall des Abends hatten wir dann auch schon, bevor die Party eigentlich losging: Zur gleichen Zeit parkt genau gegenüber von uns (also Motorhaube an Motorhaube) die Mutter meiner Freundin 🙂 Während meine Tanzpartnerin sich im Auto noch ein bisschen fertig macht (typisch Frau, oder? 😉 ) habe ich ein paar Worte gewechselt, dann verschwand sie mit ihrer Clique im Eurogress. Wir tatens ihnen gleich und wurden schon alleine von den räumlichen Ausmaßen der Veranstaltungsstätte erschlagen: 7 Bands und 1 DJ sorgten in 5 verschiedenen Sälen/Foyerflächen im Wechsel für Beschallung. Das auf einer Gesamtfläche von 4850m² auf der sich laut der Homepage vom Eurogress mehr als 2.000 Menschen unterbringen lassen.

Der Musik zu entfliehen war unmöglich, aber auch nicht nötig, denn bis auf einen Alleinunterhalter im Eingangsbereich, der die Empfangsband später ersetzt hat, waren ausnahmslos alle Bands gut und die Musik bot entlang des Karneval- und Partymainstreams für jeden Geschmack etwas: Party-Karnevalsmusik, 80er/90er Jahre Hits, Schlager, Mainstream Rock/Pop. Abwechslungsreicher als man auf einer Karnevalsveranstaltung erwarten würde. In Summe wirklich beeindruckend, was geboten wurde an Größe, Ambiente und Musik.

Bleibt die Frage: Hats genützt? Was hilft die beste Lokation, wenn die Stimmung nicht stimmt. Weiterlesen

Tanzparty . Die Tanzschule Schröder

Um regelmäßig Tanzpartys ausrichten zu können, fehlt uns in unserer Tanzabteilung nicht nur die angemessene, ansprechende Räumlichkeit, wahrscheinlich würden auch die Mitglieder nicht reichen, um jede Woche oder auch nur jede zweite Woche eine gut besuchte Tanzparty zu veranstalten. Da es hier in der Nordeifel für mich keine Alternative gibt, bleibt nur die Fahrt nach Aachen.

Mittlerweile haben wir dort schon mehrere Tanzschulen besucht, aber die mit den besten Tanzpartys ist die Tanzschule Schröder. Sehr angenehme Räumlichkeiten, ansprechende Musik, immer mehr als ausreichend viele Besucher, nette Atmosphäre. Bis jetzt. Die Tanzschule ist umgezogen. Von der Beekstraße in die Oranienstraße. Abgesehen davon, dass die Schule schwer zu finden ist, ist auch die Parkplatzsituation katastrophal. Aber wenn man schon bis Aachen gefahren ist, gibt man so schnell nicht auf. Und nach ‘nur’ einer halben Stunde hatten wir die Tanzschule und einen Parkplatz gefunden und standen in den neuen Räumlichkeiten.

Der erste Eindruck: es ist riesengroß. Es sind viele Leute da. Aber es ist nicht so ansprechend eingerichtet, wie es die alten Räumlichkeiten waren. Scheint aber auch noch einiges im Gange zu sein.

Der zweite Eindruck: Eigentlich ist alles beim alten geblieben. Immer noch die gleiche angenehme Atmosphäre, nach wie vor ein hervorragender Sanitärbereich und humane Preise. Nichtmitglieder müssen für 5 Euro konsumieren. Das ist mehr als in Ordnung, genauso wie die Getränkepreise (ich glaube 1,30 für Cola/Fanta/Wasser). Und die Tanzfläche ist wirklich groß und es gibt noch Reserven.

Die Tanzschule Schröder (und leider bekomme ich für die Werbung kein Geld 😉 ) ist also weiterhin mal eine “Reise” wert!

Oldie-Party in Abenden

Übertragen vom Forum der Tänzer am 18.01.2008

Ohne zu wissen, was uns erwarten würde, fuhren wir am heutigen Abend mit vier Personen nach Abenden nahe Nideggen um eine Oldie-Party zu besuchen. Wir waren vollkommen unvoreingenommen und wussten weder genau wo die Party steigen sollte, noch, was auf dem Programm stehen sollte. Aber Oldies können ja nicht so verkehrt sein. Leider konnten wir erst um 21.00 Uhr an der Festhalle in Abenden eintreffen, die Eröffnung war bereits um 20.00 Uhr. Hier mein Bericht:

Oldie Party in Abenden:

Der Saal in Abenden war festlich geschmückt: rot weiße Papierbahnen hingen an den Decken und überall hängende LPs gaben dem ganzen den richtigen Rahmen. Obwohl kaum finanzielle Mittel zur Verfügung standen, war die Festhalle mit bester Technik bestückt. Leistungsstarker Verstärker, dementsprechend dimensionierte Lautsprecher und eine durchaus professionelle Lichtanlage. Dazu mehrere Funkmikrofone und zwei Plattenspieler um die riesige Auswahl an LPs abspielen zu können. Und das alles für nur drei Euro Eintritt.

Auch an Programmpunkten hatte man nicht gespart. Kurz nach 21 Uhr sorgten Videoclipformationen der Tanzschule Kettner mit drei Auftritten für Stimmung. Es hätte ein schöner Abend werden sollen, für die Gäste in Abenden und es sah so aus, als sollte es auch gelingen. Das erste Problem war auch schnell gelöst: die linken Boxen, die ihren Dienst immer wieder verweigerten konnten nach längerer Fehlersuche wieder in Betrieb genommen werden und: die meisten Gäste hatten den Ausfall wahrscheinlich noch nicht mal bemerkt. Was den meisten aber dann doch aufgefallen ist, war der Totalausfall der Musik. Man entschuldigte sich und auch hier war man relativ zügig wieder Herr der Lage.

Obs Misstrauen war oder einfach Gewohnheit: Die Rurtaler hatten für ihren Auftritt um 21.30 Uhr eine eigenen Anlage aufgebaut. Sieht man von der Ballade ab, bei der die Bässe die Stimme der Sängerin leider etwas untergehen ließen, war das mit Sicherheit die richtige Wahl. Was jetzt folgen sollte war Musik von LPs, was kam war Chaos. Nach den ersten Liedern, die Tanzfläche war gut gefüllt und die Stimmung durchaus ausgelassen, kam es zum zweiten Ausfall der Musikanlage. Diesmal fand sich keiner mehr, der bereit war, ein Wort der Entschuldigung zu äußern, und schlimmer: auch keiner, der die Situation hätte retten können. Die Kanäle blieben stumm. Irgendjemand hat es immerhin vollbracht, vermutlich mit der fest installierten Anlage, Musik aus den Mitte 90ern ans laufen zu bringen. Zum tanzen animierte das keinen und auch die Lautstärke wurde regelmäßig scheinbar plan- und vor allem sinnlos variiert. Nach einer gefühlten Ewigkeit (es mögen reelle 20 Minuten gewesen sein) wurde über die „Notanlage” der nächste Auftritt, der der Red Girls, angekündigt. Es ist den Girls hoch anzurechnen, dass sie nach ihrem Auftritt auch die Zugabe noch getanzt haben. Nicht nur das es trotz ihrer Bitte nicht möglich war, die Neonröhrenbeleuchtung auf der mit Discostrahlern beleuchteten Bühne auszuschalten, ihre Verlangen, die Musik lauter zu machen wurde schlicht damit quittiert, dass man, warum auch immer, die Lautsprecher nahe der Bühne einfach ganz ausschaltete und nur noch die im hintern Saalbereich schallen ließ.

Man war geneigt zu glauben, jetzt könne es ja nur noch besser werden. Das es keiner der Veranstalter für nötig hielt, sich bei den Girls (und den Gästen) nach dem Auftritt zu entschuldigen hätte man ja vielleicht verziehen, denn nach dem Auftritt lief auch die „große” Anlage wieder und nach nur einem Lied sollte der nächste Showakt, eine Solosängerin, die Gäste endgültig von den Stühlen reißen.

Leider hatte diese keine eigene Anlage aufzubieten und wurde mit einem Funkmikrofon ausgerüstet. Es mag um 23.15 Uhr gewesen sein. Das erste Lied. Das die Batterien des Mikrofons nicht mehr ganz in Ordnung waren konnte natürlich keiner ahnen, aber als Profi kommt man damit klar und das Eis war tatsächlich gebrochen und kaum einer nicht am tanzen. Nächstes Lied mit neuem Mikrofon. Leider ist mir nicht bekannt, warum keiner dem flehen der Sängerin nachkommen konnte und das viel zu scharf und abwechselnd zu laut und zu leise eingestellte Mikrofon zu regulieren. Erst nach mindestens fünf Liedern konnte man ein Mikrofon auftreiben, das den Ansprüchen für einen Liveauftritt gerecht werden konnte. Leider wars mit Kabel. Immerhin hat sich zwischendurch irgendeiner erbarmt, die Musik in Summe lauter einzustellen. Wahrscheinlich war der Besitzer der Anlage nicht im Saal, der hätte vielleicht verhindert, dass der Verstärker an seine Grenzen getrieben wurde und die Boxen krachten. Leider konnten wir nicht mehr miterleben, ob jemand anders Mitleid mit dem Fremdeigentum hatte, denn nachdem die Höhen am Anfang der Liveversion von „I will survive” allen Gästen um ein Haar das Gehör weggeblasen hätte (wer glaubt ich übertreibe hier maßlos, kann gerne andere Anwesende fragen), haben wir den Saal verlassen.

Ach ja: es war ja nicht so, als hätte sich niemand beschwert. Aber beim Auftritt der Solosängerin war die Antwort des am Mischpult sitzenden Mannes beim ersten mal ein Schulterzucken und beim zweiten Mal, als ein Einfaches runterregeln der Masterlautstärke allen die Gehörschmerzen erspart hätte, meinte dieser Mensch „Ich bin hier nicht zuständig”.

Was bleibt? Ich kann nur sagen: Hochachtung vor den Planern dieses Abends! Der gesamte Rahmen stimmte und für drei Euro Eintritt war das Programm einfach spitze. Aber die Ignoranz der Veranstalter, die sich für keine der Pannen (abgesehen von dem ersten, im Verhältnis kaum erwähnenswerten Aussetzer) entschuldigt haben, die es noch nicht mal für nötig gehalten haben, überhaupt irgendwas zu den diversen Situationen zu sagen, muss hoffentlich ihres gleichen lange suchen. Es war eine Anmaßung, einen solchen Rahmen für die diversen Auftritte zu bieten. Und von Gästen drei Euro für eine Veranstaltung, die zwar solide geplant daherkam, am Ende aber noch nicht mal einem Kindergeburtstag das Wasser reichen konnte ist dann auch wieder unverschämt. Man darf für einen solchen Preis natürlich keine Wunder erwarten, aber zumindest kann man erwarten, dass mit den anwesenden Menschen respektvoll umgegangen wird.

Edit 18.01.2008:

Ich habe seinerzeit versucht, die Verantwortlichen damit zu konfrontieren, aber eMails an die Gemeinde und die Stadt blieben unbeantwortet und im Internet war kein Verantwortlicher / Veranstalter oder sonstiger Kontakt zu finden.