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Imbisswahl

Neulich war ich beim türkischen Schnellrestaurant meines Vertrauens.

Während ich auf meine Bestellung wartete nahm ich zunächst nur nebenbei wahr, was der Inhaber mit einem Gast vor Fernseher stehend besprach.

Ich nahm folgende Gesprächsfetzen wahr:

aufnehmen

Geht nur bis Ende Juli

Die Festplatte war voll

Mein Interesse wurde erst geweckt, als ich sah, dass auf dem Fernseher fast nichts zu sehen war. Warum stehen die beiden so nah vor einem Fernseher auf dem scheinbar nichts zu sehen ist, blicken aber beide drauf?

Dann Splitscreen. Danach wieder ein hauptsächliches graues Bild.

Ja, jetzt steh ich da, aber letztes Mal stand ich da.

Und wurde mir klar: das war ein Überwachungssystem. Beim späteren Splitscreen waren für mich drei Kameras zu erkennen. Eine auf dem Parkplatz, eine vorm Gebäude und eine im Geschäftsraum. Mir sind bis jetzt weder die Kameras aufgefallen, noch habe ich jemals Hinweisschilder dafür gesehen. Ich konnte mir auf die Schnelle kein optimales Bild verschaffen, glaube aber, das die Kameras zumindest nur Privatgelände erfassen.

Trotzdem war (und bin) ich überrascht, dass der Schnellimbiss meines Vertrauens meine Aufnahmen ca. 2 Monate lang speichert.

PS: Anlass der Sichtung des Videomaterials war übrigens, dass das Fahrzeug eines dort parkenden Halters mutwillig zerkratzt worden. Der hat allerdings außerhalb des Überwachungsbereichs geparkt, was den Aufklärungserfolg der Imbisspolizei leider vereitelt hat.

Tanzen an Erft und Rur

Seit 2007 sind wir mit der Tanzsportabteilung des TuS Schmidt an der Ausrichtung des Tanzsportturniers “Tanzen an Erft und Rur” beteiligt. Und seit dem ersten Jahr haben wir in der Gesamtplanung und Organisation eine tragende Rolle gespielt. Bis auf Teile der Turnierleitung, der Turniervorbereitung im Sinne der Tanzsportordnung, den Bonverkauf und Teile der Kuchentheke stemmen wir das Turnier. Das heißt Auf- und Abbau, Musik, Fotos, Videos, Webseite, Deko, Gastgeschenke, Grill, Einkauf, Pressearbeit und weitere Kleinigkeiten fallen in unseren Bereich.

Mittlerweile sind wir so eingespielt, dass jeder seine Aufgaben kennt und ohne weitere Absprachen erfüllt.

In meinen Bereich fallen die Öffentlichkeitsarbeit (Flyer entwerfen, Zeitungsartikel schreiben und verschicken, Radiowerbung, Webseite pflegen), Musik, Bilder (v.a. bereitstellen der Infrastruktur zum Ausdrucken und Verkauf), Drucksachen (Hinweisschilder, Eintrittskarten, Infozettel mit Turnierregeln) und Turniervideos. Klingt nach viel und ist auch nicht wenig 😉 Aber mit den Jahren entwickelt sich eine Routine, so dass zumindest alles rund läuft.

Aber das einzige Interessante sind ja die Pannen. Und dieses Jahr gab es davon drei größere.

1. Panne

Die erste Panne passierte schon im Vorfeld des Turniers und ist mir besonders peinlich. Beim zusammenstellen der Zeitungsartikel habe ich den falschen Turniertag angegeben. Dreimal gab es im fertigen Artikel eine Zeitangabe und die mittlere war falsch. Zweimal war korrekt von “Samstag, den 21.09.2013” die Rede, einmal in der Mitte schrieb ich jedoch von “Sonntagmorgen”. Da meine Artikel nicht korrekturgelesen werden (manchmal wäre mir weniger Vertrauen echt lieber…), landete das dann so in der Zeitung. Einziger Trost hierbei: in der Dürener Region hat die Zeitung trotz korrekter Daten in Ihren Veranstaltungsplan unser Turnier in die Zeit von “19-18 Uhr” gelegt. Richtig wäre 12-20 Uhr gewesen.

2. Panne

Damit war zu rechnen. Traditionell funktioniert bei der Fototechnik etwas nicht. Ich kann mich am Turniertag selber kaum um die Technik kümmern, da ich als DJ meist beschäftigt bin, daher muss das System reibungslos laufen. Und in jedem Jahr stelle ich entweder am Tag vorher oder am Tag selber fest, dass es das nicht tut. Diesmal war das (zugegeben leicht vorhersehbare Problem) auf einem zweiten Monitor eine Diashow zu starten. Das neue XnViewMP hatte keine sinnvoll nutzbare Funkion dafür, wovon ich im Vorfeld, leicht naiv ohne zu testen, ausgegangen war. Also habe ich das alte XnView installiert. Da gab es die Funktion, jedoch hat die seit mehreren Jahren den Bug, dass der Mauszeiger alle zwei Sekunden für drei Sekunden verschwindet, wenn man eine Diashow auf einem zweiten Monitor laufen lässt. Konnte ich auf mittlerweile drei Rechnern mit unterschiedlichen Betriebssystemversionen verifizieren. Die Windowseigene Vorschau bietet auch eine Diashowfunkion, blendet aber den anderen Bildschirm ab.

Am Ende habe ich das JRiver Media Center benutzt. Ja, genau das Programm, dass ich auch in meinen Beiträgen für Tanzlehrer und Schulen empfohlen habe. Anfangs hatte ich zwar ein wenig Bedenken, aber im Nachhinein kann ich sagen: es war das erste Jahr, in dem es im Laufe des Turniertages keine Probleme mit dem Fotosystem gab, die mein Eingreifen erforderten.

Ok, einmal ganz am Anfang. Da gab es einen Totalausfall. Der Fotodrucker wollte nicht drucken. Aber das Problem konnte ich als Computerfachmann innerhalb von wenigen Sekunden lösen: indem ich den Drucker per USB Kabel mit dem PC verband…  🙄 Zähle ich mal nicht als echtes Problem 😉

3. Panne

Die erste Panne war peinlich, die zweite hat Tradition und die dritte… da war ich einfach dumm.

Funkmikrofon. Seit fünf Jahren funktioniert es ohne jemals ein Problem zu machen. Gute Sprachqualität, gigantische Reichweite, Rückkopplungen nur, wenn man es drauf anlegt. Aber irgendwann ist immer das erste mal. Und das war dieses Mal.

Es gab einfach keinen sauberen Empfang. Das Ursache war schnell gefunden: es gab massive Störungen. Natürlich waren die ersten klugen Menschen mit dem Hinweis auf die Batterien schnell zur Stelle. Aber ich hatte das echte Problem schon erkannt: wenn das Mikrofon ausgeschaltet war, signalisierte die Basisstation relativ starken, wenn auch unbeständigen Empfang. Es gab also starke Störungen.

Wir haben schließlich eine Stelle gefunden, an der es keine Störungen gab. Weit entfernt vom Mischpult, aber es gibt ja Verlängerungen. Leider half das nicht. Die Störungen schienen zwar weg zu sein, der Empfang war aber immer noch nicht sauber. Ich war wirklich ratlos. 

Bis ich das Mikrofon vom genervten Moderator in die Hand gedrückt bekam. Ich sag, dass die Betriebsleuchte nicht an war. In den letzten fünf Jahren war die immer an. Irgendwie waren die ersten klugen Menschen am Ende wirklich die klugen: nach fünf Jahren hatte sich einfach die Batterie verabschiedet. Wer konnte damit rechnen?

Workshop-Evaluation

Am vergangenen Wochenende habe ich zusammen mit meiner Partnerin zum ersten Mal einen ganztätigen Standardworkshop gestaltet.

Zusammen mit zwei weiteren Trainerpaaren haben wir einen Workshoptag angeboten, an dem parallel Standard-, Latein- und Discofox-Training stattfand. Jedes Trainerpaar war für einen Bereich zuständig. Jeder Teilnehmer musste sich für einen Bereich entscheiden, konnte aber immer zwischen den Trainingseinheiten den Bereich wechseln. Das Angebot richtete sich ausdrücklich nicht an Turnierpaare, sondern an ambitionierte Hobbytänzer (“Breitensportpaare”). Der Workshop begann um 9 Uhr und über den Tag verteilt fanden vier Trainingseinheiten von jeweils etwas über 60 Minuten statt. Es gab eine Mittags- und eine Kaffepause.

Die erste Einheit war insgesamt mit “Haltung” überschrieben, die zweite mit “Technik”, in der dritten wurden “Haltung & Technik” thematisiert und in der vierten wurde eine neue “Figur” unterrichtet. Im Standardbereich konnten wir diesen Plan hervorragend umsetzen. Im Discofox- und Lateinbereich erwies sich die Differenzierung zwischen Haltung und Technik als nicht so sinnvoll.

Am Rande gab es ein paar leichtere Pannen in der Organisation, die aber kaum der Rede wert waren. Das direkte, spontane Feedback war durchweg positiv. Negative Kritik gab es nur für die zu große Teilnehmerzahl.

Da es für meine Partnerin und mich der erste derartige Workshop war, haben wir und im Vorfeld besonders lange überlegt, welche Inhalte wir auf welche Weise sinnvoll vermitteln können. Weil wir am Feedback der Teilnehmer interessiert waren, habe ich einen Fragebogen entworfen, der an die Teilnehmer unseres Bereichs verteilt wurde und (neben den Angaben zu Geschlecht und besuchter Unterrichtseinheit) folgende Items umfasste:

  1. Es hat mir Spaß gemacht
  2. Ich hätte gerne mehr gemacht
  3. Es ging mir oft zu schnell
  4. Die gegebenen Hinweise konnte ich verstehen
  5. Ich glaube, dass ich etwas gelernt habe
  6. Ich habe Neues erfahren
  7. Mir ging es oft zu langsam
  8. Ich hätte gerne weniger gemacht
  9. Ich würde wieder einen Workshop bei diesem Trainerpaar machen

Man konnte für jedes Item auswählen, wie stark die Zustimmung ist (in vier Schritten von “Stimme gar nicht zu” bis “Stimme voll zu”). Wir haben die Teilnehmer nach jeder Einheit gebeten, einen Fragebogen auszufüllen, sofern sie keine Folgeeinheiten bei uns besuchen würden.

Bei der Frage nach dem Spaß (Item 1) habe ich ein paar Ausreißer erwartet, jedoch mit überwiegend großer Zustimmung gerechnet. Ob die Teilnehmer gerne mehr gemacht hätten oder weniger (Item 2 und 8) konnte ich vorher nicht abschätzen und war daher gespannt. Ich habe damit gerechnet, dass im Antwortverhalten der Items 3.-7. ein kontroverses Bild entsteht. Der Workshop war für ein breites Publikum ausgelegt: Tänzer, die seit zwei Monaten tanzen zusammen mit solchen die seit über 20 Jahren tanzen. Das lässt sich schwer zusammenbringen. Dazu ein übervoller Saal. Da kann man es nicht allen recht machen und Einzelbetreuung fällt eher dürftig aus.

Frage 8 ist eine Kontrollfrage zu Frage 2 (wie Frage 7 und 3).

Frage 9 (“Ich würde wieder einen Workshop bei diesem Trainerpaar machen”) ist die für mich spannendste. Da uns die meisten Teilnehmer kennen, ist jeder Wert unter vier schon sehr schlecht.

Das Ergebnis hat mich überrascht. Wir haben 65 Bögen zurückbekommen. Ca. 80 Personen haben den Workshop besucht, nicht alle haben unseren Bereich besucht. Bei der Auswertung ist zu beachten, dass der Wert “1” bei den Items 3, 7 und 8 die beste Ausprägung ist, bei den übrigen die schlechteste. Daher habe ich zur besseren Übersicht die positiven Ergebnisse grün hervorgehoben, die schlechten rot.

Evaluationsergebnis

Glücklicherweise war meine größte Sorge unbegründet: alle bis auf zwei Befragte würden uneingeschränkt gerne wieder zu uns kommen. Und die beiden anderen immerhin noch “eingeschränkt gerne”.

Man kann also sagen, auch in Anbetracht der anderen Ergebnisse, das unser Workshop aus Teilnehmersicht anscheinend ein Erfolg war!

Die leicht kontroversen bzw. schlechteren Ergebnisse liegen bei wollte mehr/wollte weniger und zu langsam/zu schnell. Die sind leider antiproportional. Daher ergeben sich daraus m.E. eher Folgen für die Auswahl der Teilnehmer und weniger für mich, als derjenige, der die Divergenz der Gruppe hinnehmen muss. Natürlich ist die Befragung viel zu oberflächlich um hier fundierte Schlüsse zu ziehen (Gibt es z.B. einen Zusammenhang zur Tanzdauer?). Leider ist Item 2 (“Ich hätte gerne mehr gemacht”) darüber hinaus schlecht formuliert. Es bleibt unklar, ob die Befragten damit beantwortet haben, sie hätten gerne innerhalb der gegeben Zeit mehr Inhalt gehabt, mehr Zeit zum Üben oder ob sie allgemein gerne mehr gelernt hätten. Das ist mir bei der Vorbereitung nicht aufgefallen.

Interessanterweise liegt der einzige nennenswerte Unterschied zwischen den Geschlechtern bei Item 2 und 8. Die Modalwerte sind zwar jeweils gleich, die Damen hatten im arithmetischen Mittel jedoch eine höhere Zustimmung zu Item 2 (“Ich hätte gerne mehr gemacht”) (2,7 zu 1,9) und die Herrn bei Item 8 (“Ich hätte gerne weniger gemacht”) (1,2 zu 1,5).

Ich wiederhole mich, wenn ich sage, dass ich mit einem solch guten Ergebnis nicht gerechnet hätte. Wir freuen uns, dass unser Trainingsangebot so wohlwollend aufgenommen wurde und dass uns so viele Teilnehmer einen Feedbackbogen ausgefüllt haben!