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Winterreifen

Als der erste Schnee hier in der Eifel gefallen ist, haben wir bemerkt: wir haben den Zeitpunkt verpasst, zu dem wir uns Winterreifen hätten besorgen sollen…

“Früher” habe ich mich immer grob an die “O bis O”-Regel gehalten, also Winterreifen von Oktober bis Ostern. In Hamburg sind wir auf Allwetterreifen umgestiegen. Zurück in der Eifel hatten wir entschieden, dass Allwetterreifen ein zu schlechter Kompromiss sind. Noch schlechter als dieser schlechte Kompromiss sind natürlich Sommerreifen bei winterlichen Straßen.

Auf raten eines Freundes habe ich bei Check24 geschaut und einen Reifenkomplettsatz gefunden, den ich kaufen wollte. Eigentlich war ich schon entschlossen, aber meine Frau hat mich daran erinnert, dass wir letztes Jahr sehr gute Erfahrungen mit einem örtlichen Reifenhändler gemacht haben. Ich wollte erst nicht so recht, habe mich dann aber doch zu einem Anruf dort durchgerungen.

Ich wollte sofort meine “Bestellung” aufgeben, aber das gehe nur mit Fahrgestellnummer. Weil ich aber schon Kunde war, wollte sie mich nochmal vom Chef zurückrufen lassen. Der rief dann auch Minuten später an:

Sie wollen also Winterreifen auf Ihre Felgen ziehen lassen?

Ne, Winterkompletträder möchte ich, so wie ich der Mitarbeiterin schon gesagt hatte.

Wollen Sie die Winterreifen nicht auf die Felgen machen, die Sie schon haben?

Irgendwie ging das dann noch eine Zeit lang hin und her, weil er nicht kapiert hat, dass wir Sommerreifen auf Alufelgen haben und jetzt Winterreifen mit Felgen neu bekommen wollen. Irgendwann meinte er dann:

Warten’se mal kurz. Ich habe hier eine Rechnung vom letzten Jahr liegen, da haben Sie bei mir 4 Winterreifen gekauft und auf Alus ziehen lassen.

Tja, manchmal lacht man über die anderen und manchmal ist man selber der Trottel.

Es ist jetzt schon ein paar Wochen her, aber ich bekomme es immer noch nicht auf die Kette: offenbar haben wir letztes Jahr dort zum Winteranfang Winterreifen gekauft, die Allwetterreifen entsorgt, die Winterreifen auf die vorhandenen Felgen ziehen lassen und vereinbart, dass wir uns im Sommer wieder wegen Sommerreifen melden. Irgendwie haben wir uns aber nie bei denen gemeldet und sind den Sommer durch mit den Winterreifen gefahren – die in unserem Kopf zu Sommerreifen wurden.

Bei den Autoreifen von Check24 hätte es einen kostenlosen Rückversand gegeben – aber nur, wenn die Reifen nicht auf unser Auto gepasst hätten. Um Haaresbreite hätten wir also zwei Sätze Winterreifen hier liegen gehabt und überlegen müssen, wie wir damit jetzt am sinnvollsten umgehen.


Hier hätte der Beitrag eigentlich enden sollen, aber es geht noch weiter. Ich habe (lange) nach dem Telefonat mal einen Blick auf unsere Reifen geworfen und siehe da: Sommerreifen! Ich war verwirrt. Dann habe ich mal auf unseren diversen Lagerflächen hier nachgeschaut und neue, felgenlose Winterreifen gefunden. nachdem wir unsere Konten mal durchgesehen hatten, konnten wir alles wie folgt rekonstruieren:

Ich habe im Winter 2021 Winterreifen gekauft und statt der Allwetterreifen auf die Alufelgen ziehen lassen. Die Allwetterreifen haben wir entsorgen lassen. Dann hat meine Frau im Frühjahr 2022 Sommerreifen gekauft, auf die Alufelgen ziehen lassen, die Winterreifen ohne Felge mitgenommen.

Sie hat außerdem vereinbart, dass wir im Spätsommer nochmal rein schauen um Felgen für die Winterreifen zu kaufen und die entsprechend aufziehen zu lassen. Und genau das haben wir versäumt und vergessen.

Gerade nochmal die Kurve bekommen. Jetzt haben wir alles wie es sein soll: Winterreifen auf Stahlfelgen und Sommerreifen auf Alufelgen. Hoffentlich haben wir das bis April nicht wieder vergessen…

Bilderrätsel VI – Blickwinkel – Die Auflösung

Meine Tochter hat dieses Auto neben uns auf dem Parkplatz stehen sehen und musste mich unbedingt und ganz dringend was fragen. Was ist ihr aufgefallen?

Eigentlich gibt es an dem Auto in dieser Ansicht fast nichts, was vollkommen normal ist. Chromfelgen, Schiebetür, kleines Ausstellfenster im hinteren Fenster, Ausschnitt in der Fahrertür, viel zu große Schutzmatte hinter dem vorderen Radkasten, seltsam geschnittenes Fenster in der Fahrertür und vielleicht manches mehr.

“Papa, was ist das denn?” Sie sah mich mit großen Augen an und meinte – Trommelwirbel – das Schlüsselloch! Ja, es ist in der Tat etwas seltsam positioniert, aber das war gar nicht der Grund. Sie hatte einfach keine Ahnung, was dieser Knubbel sein könnte. Dass ein Auto ein Schlüsselloch haben kann, war ihr vollkommen fremd. Ich musste dann auch direkt beweisen, dass es bei uns auch ein unsichtbares Notfallschloss gibt. Sogar einen Tag später war das noch ein Thema.

Dachbox

Wir haben uns ein Upgrade gegönnt. Schaut mal:

Wir hoffen, dass das Packen für größere Reisen dadurch ein bisschen entspannter ausfällt. Wir sind zwar bisher immer zurecht gekommen, aber Reserven hatten wir keine.

Neu (und in vernünftiger Qualität) war uns eine Dachbox mit Träger ein bisschen teuer, aber diese Box (Thule Alpine 700) haben wir inklusive der Träger hier in der Gegend kaufen können. Komplett für 100,- €. Ich habe zwar keine Ahnung, fühlt sich aber an wie ein guter Deal Mal sehen, wie sie sich im Einsatz bewährt…

Bilderrätsel IV (mehr Bilder)

Viele* haben danach gefragt, darum ist hier endlich nochmal ein Bilderrätsel. Diesmal ein wenig anders als bisher, denn was abgebildet ist, ist sehr leicht zu erkennen, diesmal geht es um den Grund… morgen kommen noch ein paar weitere Bilder dazu und die Auflösung kommt spätestens übermorgen Abend

Wie konnte es zu diesem Plattfuß kommen?

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*Mit “viele” meine ich natürlich “niemand”

Bilderrätsel IV

Viele* haben danach gefragt, darum ist hier endlich nochmal ein Bilderrätsel. Diesmal ein wenig anders als bisher, denn was abgebildet ist, ist sehr leicht zu erkennen, diesmal geht es um den Grund… morgen kommen noch ein paar weitere Bilder dazu und die Auflösung kommt spätestens übermorgen Abend

Wie konnte es zu diesem Plattfuß kommen?

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*Mit “viele” meine ich natürlich “niemand”

Autokosten

Vor vier Jahren gab es mal einen Beitrag zu den Kosten, die mein damaliges Auto im Jahr und pro Kilometer verursacht. Damals ging es um die Kosten eines Opel Vectra, Baujahr 1996. Weil ich aus beruflichen Gründen ungefähr wissen möchte, wie hoch die Kosten pro Kilometer bei meinem jetzigen Auto sind, dachte ich, bietet es sich an, hier noch mal einen Beitrag zu erstellen. Auch um vielleicht den ein oder anderen Vergleich anzustellen. Diesmal geht es um die Kosten meines Renault Laguna, Baujahr 2006.

Als Zeitraum für die Berechnung nehme ich den 1.8.2012 bis 31.7.2013.

Folgende Kostenpunkte hätten wir da (die Werte in blau sind jeweils die Vergleichswerte vom Opel Vectra vor vier Jahren):

  • 2056,72 € (1435,– €) Benzin
  •  626,09 € ( 997,– €) Reparaturen/Inspektion
  •   79,00 € (   -,– €) TÜV/AU
  •  518,50 € ( 508,– €) Steuer/Versicherung
  •  134, – € ( 140,– €) ADAC/Bußgelder/Leuchtmittel

Damit hat mich das Auto real 3414,31 € (3142,50,– €) gekostet. Natürlich fehlt der Wertverlust, aber den lasse ich mal außen vor. Viel interessanter als die absoluten Kosten pro Jahr ist natürlich die Frage, was kostet das Auto pro Kilometer?

Die Kosten pro Kilometer liegen unter Einbezug aller Ausgaben bei 0,225 € (0,226 €).

Und zum Abschluss noch ein kleines Rechenspiel, mit dem man sich das Autofahren ein bisschen schönrechnen kann:

Die Fixkosten (Inspektion, TÜV/AU, Steuer, Versicherung, ADAC) pro Jahr belaufen sich für das Auto auf rund 1037,50 € (rund 550,50 € ohne die Inspektion und ADAC; beides könnte man ganz einsparen oder zumindest die Inspektion nicht bei Renault durchführen lassen, was den Preis um über die Hälfte senken würde).

Würde heißen: rund 1.000,- € sind weg, ohne das das Auto einen Meter gefahren ist, nur damit es potentiell fahren kann und darf. Jeder gefahrene Kilometer kostet mich dann zusätzlich 0,156 €.

Inspektion fällig

Man kennt das ja: wenn das vorgegebene Wartungsintervall eines Autos abgelaufen ist, dann macht es irgendwie darauf aufmerksam, dass die Inspektion fällig ist.

Grundsätzlich habe ich nichts gegen diesen Hinweis, den mein Auto mir gibt. Ein dauerhaft angezeigter (nicht blinkender!) Tropfen weist mich auf die fällige Inspektion hin.Wartung fällig . Bild 1 Das ist schon deswegen nett, weil der Hinweis zwar da ist, aber in keiner Weise stört. Sehr angenehm.

Aber die bei Renault haben scheinbar auch gemerkt, dass das ein bisschen zu angenehm ist. Darum ist das nicht der einzige Hinweis. Es gibt einen weiteren. Im Tacho leuchtet permanent eine Warnleuchte mit Schraubenschlüssel:

Wartung fällig . Bild 2Es ist die größte Warnleuchte, die es in diesem Auto gibt. Aber auch hier stellt sich mit der Zeit eine gewisse Gewöhnung ein, denn die Warnleuchte leuchtet auch dauerhaft und blinkt (Gott sei dank!) nicht.

Aber das ist noch nicht alles. Es gibt einen weiteren “Hinweis”. Insgesamt bietet sich bei fälliger Wartung folgendes Bild:Wartung fällig . Bild 3 So weit so gut. Das schlimmste am Hinweis in diesem Dialogfeld ist: dort werden gelegentlich auch andere Informationen angezeigt.

Wenn die Wartung fällig ist, wird die Anzeige des Reifendrucks beim starten des Wagens zugunsten des Ölwechsel-Hinweis komplett übersprungen. Damit kann man leben.

Die Anzeige dient aber auch der Rückmeldung des Tempomats. Ist dieser aktiviert, wechselt die Anzeige im 2-Sekunden-Takt zwischen der Anzeige “Ölwechsel fällig” und der Tempomatansicht. Das Display ändert dabei seine Farbe von rötlich nach grünlich und zurück. Das nervt! Besonders Abends verzichte ich dann schon mal auf den Tempomaten um der Partybeleuchtung zu entgehen.

Wer denkt sich so einen bescheuerten Murks aus? 

Praktische vs. faktische Schadenserweiterung

Heute habe ich dazugelernt. Ich weiß jetzt, was eine Schadenserweiterung ist. Und das, weil keine Schadenserweiterung stattgefunden hat. Was ist passiert?

Vor einiger Zeit wurde ich Zeuge eines Parkremplers. Ich stand mit einer Freundin auf einem Parkplatz. Neben meinem Auto, ein paar Meter von ihrem Auto entfernt. Ein weiteres Auto erreicht den ziemlich leeren Parkplatz, die Fahrerin entscheidet sich rückwärts einzuparken. Sie wählt den Parkplatz vor dem Auto meiner Freundin, verschätzt sich und fährt ziemlich heftig gegen das geparkte Auto. An beiden Autos ist nichts zu sehen. Man tauscht trotzdem Adressen aus.

Kurze Zeit später stellt ein Sachverständiger fest: der gesamte vordere Stoßfänger am Auto der Freundin ist beschädigt, ebenfalls beide Kotflügel. Meine Freundin entscheidet sich, auch auf Anraten des Sachverständigen, den Schaden nicht reparieren zu lassen, sondern fiktiv abzurechnen. Die Versicherung der Unfallgegnerin besteht darauf, dass ein weiterer Sachverständiger das Fahrzeug begutachtet, weil die Gegnerin behauptet, an ihrem Fahrzeug sei kein Schaden entstanden.

Der Sachverständige der DEKRA (Aachen) bittet daher die beiden Unfallfahrzeuge zur Besichtigung zu sich. Er findet Beschädigungen an beiden Fahrzeugen und kann das Gutachten des ersten Sachverständigen bestätigen.

Im Rahmen der Untersuchung stellt er die Fahrzeuge wie beim Unfall hintereinander um zu prüfen, ob die Schäden tatsächlich vom beschriebenen Auffahrunfall stammen können. Die Autos stehen ca. 1m voneinander entfernt. Er schiebt das Fahrzeug der Unfallgegnerin langsam näher heran.

Im letzten Moment beschleunigt das Auto wegen einer Bodenwelle und trifft erneut auf das Fahrzeug meiner Freundin. Weniger heftig als beim Einpark-Rempler, aber deutlich hörbar. Er flucht kurz, macht dann aber weiter. Wir sind fassungslos. Ich rechne mit einer Entschuldigung oder einer kurzen Stellungnahme, aber nichts der gleichen passiert.

Rein optisch hat es durch den erneuten Aufprall eine optische Verschlechterung entstanden. Der Stoßfänger ist jetzt deutlicher verzogen. Auf eine Reparatur zu verzichten kommt jetzt für meine Freundin nicht mehr in Frage.

Eine knappe viertel Stunde später ist der Sachverständige fertig. Eine Stellungnahme oder Entschuldigung wegen des Malheurs hielt er offensichtlich nicht für nötig. Auf Nachfrage erklärte er, er könne nicht ausschließen, dass durch sein Handeln der Stoßfänger weiter beschädigt wurde. Jedoch liege hier keine Schadenserweiterung vor. Der Stoßfänger werde durch die Versicherung so oder so ersetzt. Weitere Teile seien durch sein Missgeschick nicht betroffen gewesen.

Die Logik des DEKRA-Mitarbeiters ist sehr elegant: der Stoßfänger war “kaputt”, als er in die Werkstatt kam. Die Beschädigung war derart, dass die Halterin auf die Reparatur verzichtet hätte und mit der Versicherung fiktiv abgerechnet hätte. Jetzt ist sie, wegen des zusätzlichen Schadens, dazu nicht mehr bereit. Die Versicherung jedoch kann (und muss) weiterhin nichts machen, außer den Ersatz des Stoßfängers zu zahlen. Praktisch also keine Schadenserweiterung.

Faktisch sieht es jedoch anders aus: die Beschädigung ist jetzt deutlicher sichtbar als vorher. Der Schaden für meine Freundin hat sich also erweitert.

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Natürlich bin ich gespannt, wie die Sache ausgehen wird. Aber skandalös an der Sache war nur der DEKRA-Mitarbeiter. Es ist vollkommen klar: hier ist ein dummes Missgeschick passiert, was bestimmt hätte vermieden werden können, aber nicht absichtlich verursacht wurde. Ein Ausdruck des Bedauerns, oder wenigstens irgendeine an die beiden Halter gerichtete, unaufgeforderte Reaktion wäre das Mindeste gewesen.

Traurig, dass man auch für solch basal-banalen Dinge Mitarbeiterschulungen zu brauchen scheint, denn eigentlich sollten hier Erziehung und Sozialisation reichen…