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HeadsetsEin neuer Versuch

Nachdem sich die Diskussionen hier im Blog auf einem meinen politischen Horizont fast schon übersteigenden Niveau bewegen, traue ich mich kaum, noch mal von meinen Headset-Problem zu schreiben, das jegliche politische Relevanz vermissen läßt… Weil die persönliche Relevanz für den einzelnen oft schwerer wiegt als die gesellschaftliche Relevanz, blogge ich trotzdem noch mal den aktuellen Sachstand 😉

Nach dem Reinfall beim Musikladen xy in Aachen dachte ich, es sei an der Zeit für einen Strategiewechsel. Der Musikladen in Aachen erinnerte von Größe und Mitarbeiteranzahl eher an einen Familienbetrieb. In Köln gibt es dagegen einen Musikladen, der in seinem 400 Seiten starken Katalog schreibt:

Keiner in Europa ist größer

Klingt schon mal vielversprechend, zumal die auch mit großem Serviceangebot werben. Wegen der zentralen Lage nahe dem Hauptbahnhof wars auch kein Problem, den Laden zu erreichen. Leicht abschreckend war die Aufteilung der Geschäfts-/Verkaufsräume: anstelle einer Eingangstüre warteten wir vor einer Aufzugstüre auf den nächsten Aufzug, der uns beängstigend knarzend nach oben brachte. Über mehrere, dann ohne Aufzug zu erreichende Ebenen verteilte sich die Präsentationsfläche. Nach zwei Rundgängen durch alle Abteilungen entschieden wir uns, einfach mal zu fragen, in welcher der Abteilungen man Funkmikros finden könnte. Und siehe da: wir fanden dann auch sofort eine Beratertheke mit drei Beratern, von denen einer sogar sofort zur Verfügung stand. Da ich leider selber keine Ahnung von Funksystemen habe, nahm ich den dann auch sofort in Anspruch.
Ich erkläre ihm kurz unser Anliegen:

Wir benötigen zwei Funkheadsets für den Einsatz in einer Tanzschule, die gleichzeitig betrieben werden können. Unser kleines Problem ist, dass wir an unserem Mischpult nur noch einen freien Audioeingang haben.

Die Antwort des Kundenberaters:

Dann kann man da nichts machen. Das geht nicht.

“Das geht nicht” ist also die Antwort. Ich breche vor der Theke fast zusammen, bekomme mich aber wieder in den Griff und berichte, dass es sehr wohl eine Möglichkeit gebe, das wisse ich aus einem anderen Laden. Ich solle dann in den anderen Laden gehen, er sehe keine Möglichkeit bei den Gegebenheiten.

Ich entferne mich entmutigt und enttäuscht von der Theke. Mein Freund, der mich in dieser schweren Phase der Verzweiflung seelisch unterstützte, überredete mich schließlich, noch mal zum Berater zu gehen und noch mal mit ihm zu reden. Also versuche ich es noch mal:

Also gut. Ich war ja gerade schon mal bei Ihnen und sie sagten, man könne nichts machen. Wir, und mit „wir“ meine ich weniger sie als mich, müssen eine Lösung finden. Ich erzähl noch mal kurz was wir haben: [ich wiederhole noch mal unser Anliegen]. Vielleicht kann man da was mit einem Y-Kabel machen oder einem Mixer?

Naja, Y-Kabel gehen nicht, aber mit einem Mixer käme man schon weiter. Schließlich hat er ein System beisammen. Für ca. 600,– €. Ich bin zufrieden, bitte um Bedenkzeit und gehe. In der Zwischenzeit hat mein Freund den hauseigenen Katalog gefunden und darin ein System für ca. 350,– €. Also wieder hin zum Kundenberater. Diesmal ein anderer. Er erklärt mir, warum man das 350,–€-System nicht nutzen kann, kann aber trotzdem ein qualitativ hochwertiges für nur 400,– € anbieten. Ich höre kaum noch zu, denn in einem Laden, in dem ich drei verschiedene Aussagen innerhalb von 15 Minuten höre (und eine davon sogar „Das geht nicht“ lautet), lasse ich keine 400,– €.

Mich beschäftigt mittlerweile viel mehr die Frage, ob Unfreundlichkeit und Inkompetenz die Voraussetzung dafür ist, in einem Musikladen arbeiten zu dürfen…

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