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Eine Frage der Motivation

Übertragen vom Forum der Tänzer am 18.01.2008

Wie jeden Samstag machten sich auch diesen Samstag die Tänzer unserer Tanzgemeinschaft auf zur Schmidter Turnhalle, um dort zu trainieren. Wir, als Betreuer, waren, wie wir es immer versuchen (das ein oder andere Mal ist es auch bei einem Versuch geblieben), als erster da. Schon beim Abholen des Schlüssels für die Turnhalle wurden wir stutzig: der Schlüssel wurde angeblich schon abgeholt.

Sollten wir etwa diesmal so spät sein, dass wir nur dachten, die ersten zu sein, weil schon alle in der Halle waren? Ein Blick auf die Uhr gab Entwarnung. Also: rüber fahren zur Halle. Und siehe da: der Parkplatz war voll! So voll wie nie. Die Freude über den Mitgliederzuwachs hielt nur kurz an: Der im Eingangsbereich der Halle aufgebaute Kuchenverkauf sowie die große Anzahl von Zuschauern irritierte wenig: als Betreuer rechnet man ja immer mit Geschenken und Fans Aber das auf der Tanzfläche aufgebaute Netz sowie das untypisch kurze Outfit verrieten uns schließlich: hier wird nicht getanzt. Hier war ein Volleyballturnier im vollen Gange.

Auf Nachfrage erfuhren wir, dass es auch gerade erst begonnen hatte und somit noch eine Weile dauern wird und im Anschluss auch ein zweites stattfinden soll. Keine Lösung erwarteten sondern viel mehr nach einer Entschuldigung oder Erklärung suchend, fragte ich eine der scheinbar Beteiligten, wie es denn jetzt weiter gehen solle, was mit den über 30 Paaren mit zum Teil über 25 Kilometern Anreise machen sollen. Natürlich hatte meine Ansprechpartnerin keine Lösung. Woher auch? Aber nicht nur das: sie hatte auch keine Entschuldigung, keine Erklärung und noch nicht mal Verständnis. Es sei schließlich unser Problem, denn Volleyball ginge immer vor. Dass eine Absprache besteht, nach der wir ausreichend vorher eine Nachricht von den Volleyballerinnen bekommen wenn ein Spiel ansteht, wusste ich zu dem Zeitpunkt leider nicht, aber wahrscheinlich wäre es noch immer unsere Schuld: wir könnten ja wirklich mal jede Woche nachfragen, ob nicht vielleicht irgendjemand, der immer Vorrang hat, die Halle braucht.

Was uns blieb war jetzt warten: die erste Gruppe Tänzer würde in 5 Minuten eintreffen, die zweite in 35, die dritte in 95 und die vierte schließlich in 155 Minuten. Absagen war leider so kurzfristig nicht möglich. Erstens befürchte ich, die Volleyballerinnen hätten unsere Handyrechnung nicht gezahlt, zweitens haben wir noch nicht mal die Telefonnummern von der Hälfte der Leute und drittens: es waren nur noch 5 Minuten!

Was kann man da groß improvisieren? In der Halle ist kein zweiter Raum und ich bin nicht sicher, wie sich Langsamer Walzer und Tango auf die Laune der Spieler auswirken würde. Die andere Halle steht im Moment nicht zur Verfügung und draußen ist es zu kalt. Im Schützenhof ist am gleichen Abend noch eine Veranstaltung, genauso wie im Saal Da’Nunziata.

Die ersten Tänzer treffen ein und nehmen, wenig begeistert, sie Situation zwar zur Kenntnis, nicht jedoch hin. Und so kommt es, dass der Vorschlag auf die Schule auszuweichen tatsächlich Anklang findet. Aber für ein öffentliches Gebäude bekommt man natürlich nie einen Schlüssel… dachte ich bis dahin. Innerhalb von zehn Minuten war alles da, was wir brauchten: Zutritt zur Schule und Anlage. Ach ja: Fast alles: Leider hat die Schule keinen Raum zu bieten, der groß genug ist, um dort Standard und Latein mit 15 Paaren aufs Parkett zu legen. Aber tanzen kann man auch in den engsten Sälen. Ach ja, und in den schmalsten Fluren! Ohne Parkett, dafür auf sauber verlegten Fließen fanden sich die Paare (auf eigenen Wunsch!) wenig später im Flur der Schule wieder und schwangen die Tanzbeine in einem Raum der zwar Länge bot, jedoch mit Breite geizte: flach auf dem Boden hätte man gestreckt wahrscheinlich beide Wände erreichen können. Ob Langsamer Walzer hier tanzbar ist, haben wir leider nicht erfahren, aber die folgenden knapp drei Stunden konnte tatsächlich uneingeschränkt Latein trainiert werden, wenn auch mit etwas eingeschränkten Armaktionen.

Der Spaßfaktor, den man auf einem Schulflur haben kann, kennen viele nur noch aus Ihren Kindertagen. Vielleicht haben sich ein paar unserer Tänzer in den knapp drei Stunden an genau diese Zeit erinnert…

3 Kommentare

  1. Hy Madelaine und StFeder,

    ja, erstmal viel Lob. Abgesehen davon, dass ich eine super Aussicht auf das Straßengeschehen hatte, hat man an eurem Training gar nicht gemerkt, dass irgendetwas überhaupt nicht so war, wie es sollte. Der spontane Umzug war erfolgreich, aber ich hoffe ma sehr, dass es sich nicht wiederholt…

    Ich hab gerade beim Lesen deines Beitrages (fast) auf dem Boden gelegen. Du solltest Autor werden, das texten liegt dir… (wer hat dir geholfen?)

    Immer wieder lustig, wenn man in eine Grundschule geht und die kleinen Stühlen sehen. Interessant, dass du dich auf einen gestellt hast…größer wirst du mit den Dingern nicht

    Also Abenteuer Schule gelungen, aber bitte nie wieder. Ich vermute, dass wir Anfang März wieder in die Halle können, wobei man ja nie weiß, … was bisher da abgelaufen ist (halbes Jahr für ein Dach *lol)

    Naja, also soweit fürs erste. Bis Samstag dann IN DER HALLE

  2. Danke für das viele Lob 🙂

    Geholfen hat mir keiner. Übrigens tatsächlich auch nicht der von Dir genannte Stuhl den ich nutzen wollte, um meine Sicht zu verbessern. Er war zu klein…

    Für alle die, die sich gar nicht vorstellen können wie es aussieht, wenn Tänzer auf einen Schulflur ausweichen müssen, gibts auf der unten verlinkten Seite ein paar Bilder. Leider von der zweiten Gruppe. “Leider” jedoch nicht etwa, weil ich die erste Gruppe lieber mag, sondern weil in der ersten Guppe vier mal (!!!) so viele Paare auf dem Flur waren und sogar der mit Teppich ausgelegte Eingangsbereich zur Tanzfläche umgewandelt wurde.

  3. hy,

    ich hab auch nicht wirklich angenommen, dass dir jmd. helfen muss, aber man kann ja mal fragen
    achja, dass der stuhl zu klein ist, ist die eine sache, aber auch die position die du dir ausgewählt hast war….suboptimal

    vllt bringst du dir das nächste mal stelzen mit

    cu

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