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Autokosten

Vor vier Jahren gab es mal einen Beitrag zu den Kosten, die mein damaliges Auto im Jahr und pro Kilometer verursacht. Damals ging es um die Kosten eines Opel Vectra, Baujahr 1996. Weil ich aus beruflichen Gründen ungefähr wissen möchte, wie hoch die Kosten pro Kilometer bei meinem jetzigen Auto sind, dachte ich, bietet es sich an, hier noch mal einen Beitrag zu erstellen. Auch um vielleicht den ein oder anderen Vergleich anzustellen. Diesmal geht es um die Kosten meines Renault Laguna, Baujahr 2006.

Als Zeitraum für die Berechnung nehme ich den 1.8.2012 bis 31.7.2013.

Folgende Kostenpunkte hätten wir da (die Werte in blau sind jeweils die Vergleichswerte vom Opel Vectra vor vier Jahren):

  • 2056,72 € (1435,– €) Benzin
  •  626,09 € ( 997,– €) Reparaturen/Inspektion
  •   79,00 € (   -,– €) TÜV/AU
  •  518,50 € ( 508,– €) Steuer/Versicherung
  •  134, – € ( 140,– €) ADAC/Bußgelder/Leuchtmittel

Damit hat mich das Auto real 3414,31 € (3142,50,– €) gekostet. Natürlich fehlt der Wertverlust, aber den lasse ich mal außen vor. Viel interessanter als die absoluten Kosten pro Jahr ist natürlich die Frage, was kostet das Auto pro Kilometer?

Die Kosten pro Kilometer liegen unter Einbezug aller Ausgaben bei 0,225 € (0,226 €).

Und zum Abschluss noch ein kleines Rechenspiel, mit dem man sich das Autofahren ein bisschen schönrechnen kann:

Die Fixkosten (Inspektion, TÜV/AU, Steuer, Versicherung, ADAC) pro Jahr belaufen sich für das Auto auf rund 1037,50 € (rund 550,50 € ohne die Inspektion und ADAC; beides könnte man ganz einsparen oder zumindest die Inspektion nicht bei Renault durchführen lassen, was den Preis um über die Hälfte senken würde).

Würde heißen: rund 1.000,- € sind weg, ohne das das Auto einen Meter gefahren ist, nur damit es potentiell fahren kann und darf. Jeder gefahrene Kilometer kostet mich dann zusätzlich 0,156 €.

Renault – Ein Paradebeispiel

Einen Tag nach dem Kauf meines Autos habe ich seltsame Geräusche bei laufenden Motor wahrnehmen können. Nachdem verschiedene Werkstätten auf Geräusche von einer Spannrolle getippt hatten, hat mein Händler mir die Zusage gegeben, den Mangel auf Garantie zu beseitigen. Am Ende war die Nockenwelle der Krachmacher, der getauscht werden musste.

Beim Reifenwechsel vor 2 Wochen bemerkte ein Renaultmeister, dass die Hinterachsgummis (Silent-Blöcke) hinüber sind. 200,- €. Die halten zwar eigentlich 6-10 Jahre, aber auf eine Kulanzdiskussion wollte sich die Renaultwerkstatt nicht einlassen. Und die Gebrauchtwagengarantie deckt den Mangel auch nicht ab, da es sich um ein Verschleißteil handelt. Also habe ich eine eMail mit Infos zu Fahrzeugalter und Laufleistung und dem Kostenvoranschlag zu Renault geschickt. Und eine Woche später kam die Antwort per Post:

Sehr geehrter [StFeder],

vielen Dank für Ihre E-Mail vom […], in welcher Sie uns eine Beanstandung an Ihrem Renault Laguna mitteilten und in diesem Zusammenhang um eine Kulanzüberprüfung baten. Für die Ihnen durch den Defekt entstandenen Unannehmlichkeiten entschuldigen wir uns.

Immerhin: keine Bitte um Verständnis, sondern eine klare und einfache Entschuldigung.

Nach Ablauf der Renault Neuwagengarantie können wir für einen gewissen Zeitraum eine Kulanz, die eine freiwillige Leistung darstellt, prüfen. Dabei spielen Alter und Laufleistung des Fahrzeuges eine entscheidende Rolle. Unsere Renault Vertragspartner überprüfen daher vor Ort, ob die Voraussetzungen einer Kulanzregelung vorliegen und entscheiden dann auf der Grundlage der Rechtlinien unseres Herstellers. Diese sehen hier keine Beteiligung mehr vor.

Immerhin: hier wird ganz deutlich gesagt, dass die Entscheidung, den Kulanzantrag in der Werkstatt abzulehnen die einzig richtige gewesen ist. Anders wäre mir natürlich lieber, aber immerhin ist man unternehmensintern auf einer Wellenlänge…

Da wir Ihre Enttäuschung in diesem speziellen Fall jedoch nachvollziehen können, wollen wir Ihnen im Sinne der Kundenzufriedenheit eine Sonderkulanz in einer Höhe von 150,00 € anbieten. Wenn Sie das Angebot annehmen möchten, teilen Sie uns dieses bitte schriftlich […] bis zum 23. Dezember 2009 mit. Wir werden Ihnen dann den Betrag von 150,00 € auf Ihr Konto überweisen.

Wir hoffen, dass wir Ihr Anliegen durch diese Sonderkulanz zu Ihrer Zufriedenheit lösen konnten und wünschen Ihnen zukünftig wieder eine störungsfreie Fahrt.

Mit freundlichen Grüßen

Direktion Qualität und Kundendienst
Abteilung Kundenbetreuung […]

Mal ganz abgesehen davon, dass ich mich freue, dass Renault für den Mangel geradesteht: dieses Schreiben ist einfach ein Paradebeispiel dafür, wie Unternehmenskommunikation funktionieren sollte.

Zunächst die einfache Entschuldigung. Eine solche sucht man ja mittlerweile oft vergebens. Auf die Spitze getrieben wirds auf den Autobahnen, an denen nach zwei Stunden Stau an einer Baustelle, deren Sinn für den Vorbeireisenden unmöglich zu erraten ist mit dem Schild

Wir danken für Ihr Verständnis.

vollkommen am Ziel vorbeigeschossen vorbeigedankt wird. Eine Entschuldigung? Fehlanzeige! Sogar um Verständnis wird nicht gebeten, es wird schlicht vorausgesetzt.

Dann im zweiten Teil die Klarstellung, dass die Werkstatt richtig entschieden hat. So kann ich mit dem Schreiben nicht da auftreten und denen mangelnde Kompetenz unterstellen. Das Gegenteil wird der Werkstatt im Schreiben bescheinigt.

Und im dritten Teil wird, ohne dick aufzutragen, erklärt, dass es sich um eine freiwillige Leistung handelt.

Ich wette, die haben einen Kommunikationswissenschaftler in der Kundenbetreuung sitzen 😉

Aufgeschoben

Schon der TÜV hatte mir Mitte der ersten Jahreshälfte dringend geraten, die Bremsleitungen an meinem Fahrzeug zu erneuern. Kurz danach war ich auch in der Fachwerkstatt meines Vertrauens und habe erfahren, dass Opel die Bremsleitungen bei meinem Modell so geschickt verlegt hat, dass für den Austausch der Leitungen der Ausbau der Hinterachse notwendig ist. Aber es wäre ja auch unfair, wenn die Reperaturwerkstatt tatsächlich nur die 40-Euro Materialkosten bekommen könnte. So kommen dann noch ein paar Stunden Arbeitslohn für den Ausbau der Hinterachse dazu.

Damals war mir das aber etwas teuer und sooo dringend war die Reperatur nach Aussage des KFZ-Meisters auch nicht. Also habe ich das noch ein bisschen vor mir her geschoben.

Ein anderes Ärgernis schleppe ich auch schon etwas länger mit mir rum: Der Blinkerhebel ist defekt. Das in seltenen Fällen der Blinker nicht mehr von selber zurück in die Ruhestellung findet, ist noch das kleinere Ärgernis. Viel schlimmer ist, dass über den Hebel gleichzeitig das Fernlicht gesteuert wird und das jetzt ab und zu von alleine angeht. Warum das stört? Eine kleine Story dazu, die alle Fragen klären dürfte:

Neulich führ ich von Aachen Richtung Eifel. Auf Höhe der Autobahnauffahrt A44 wird die Straße kurz zweispurig. Vor mir fährt eine ältere Frau, nicht langsam, aber etwas langsamer als ich. Also setze ich zum gemütlichen überholen an. Ob ich ihre Geschwindigkeit unterschätzt oder meine überschätzt habe, weiß ich nicht, aber “gemütlich” überholen war nicht drin. Da die Straßen frei sind, lasse ich mich dann lieber auf der linken Spur wieder etwas zurückfallen, um einen einigermaßen angemessenen Sicherheitabstand zu gewinnen, um mich dann wieder einzufädeln. Just in dem Moment, in dem ich mich rechts hinter die Fahrerin einordne, beginnt mein Fernlicht zu flackern. Das mich die Fahrerin für einen irren Drängler halten muss, liegt auf der Hand. Peinlich. Auf der Autobahn ist das ganze übrigens ähnlich unvorteilhaft.

Zum Fernlichtflackern hat sich vor einer Woche noch ein weiteres Lichtproblem gesellt: der linke Scheinwerfer steht deutlich zu hoch, seit ich die Lampe fürs Abblendlicht gewechselt habe.

Vorgestern hatte ich dann endlich einen Termin beim KFZ-Service, der mich von all’ diesen Leiden befreien sollte. Mit einem Tag Verspätung bekam ich dann zum einen mein Auto mit neuen Bremsleitungen (was übrigens den zweiten Wechsel der Bremsflüssigkeit innerhalb von nur drei Jahren mit sich brachte), frischem Öl nebst Ölfilter (das Öl wurde in den letzten drei Jahren nämlich nie gewechselt) und einem schönen neuen Blinkerhebel/-schalter vor die Tür gebracht und zum anderen die dazu passende Rechnung. Ihr könnt gerne mal schätzen. Interessant ist auch hier, wie schon beim letzten Mal, das Verhältnis des Arbeitslohns zu den Materialkosten.

Die Rechnung

Schadensbericht II . die Kosten

Die Bilder vom Unfallschaden habt Ihr ja gesehen. Wieviel wird es kosten? Der Kotflügel muss ersetzt und die Türe neu lackiert werden.

Während Ihr schätzt, erzähl ich Euch von meiner Reifenreperatur: die ist geglückt. Der Reifen, der vor einem Jahr neu irgendwas zwischen 50 und 60 Euro gekostet hat konnte für ca. 25 Euro wieder repariert werden. Was? Zu teuer? Bin mir auch nicht ganz sicher, ob man das nicht als “wirtschaftlichen Totalschaden” bezeichnen könnte… aber immerhin: sogar montieren wäre im Preis mit drin gewesen… habe ich aber selber gemacht. Hier die Rechung:

Rechnung für die Reifenreperatur

Und, wie lauten die Schätzungen für die Reperatur des Unfallschadens? Weiterlesen