StFeder.de

Und wer immer noch sagt…

…die böse Oposition hätte ja nur so lange gesucht, bis man irgendwas gegen ihn gefunden hätte:

Eigentlich hätte das alles schon viel früher kommen müssen. Denn: “Wer hoch stapelt, kommt ganz nach oben” auf Telepolis.

Und das weiß man nicht erst seit heute: ein Beitrag von zapp im NDR ist seit dem 12.02.2009 bei youtube zu sehen. Und zwar hier. Oder wer zapp nicht mag, kann auch einen Beitrag von Panorama anschauen, auch bei youtube, hier.

edit: schön auf den Punkt gebracht auch hier.

…Deutschland verliere seinen “einzigen” guten Politiker:

was war mit der Kundus-Affäre oder Gorch Fock? Wers schon vergessen hat: bei zapp kann man es noch mal nachlesen oder anschauen und zwar hier. Natürlich ist auch das nicht neu, über Guttenbergs Umgang mit der Gorch Fock Affäre wundert man sich schon minestens seit März 2010, unter anderem hier.

Nicht uninteressant ist übrigens auch der hier: Die “Hitler-Guttenberg Parallelen” beim Schweiz Magazin.

Freiherr opfert sich

Was für ein Abgang! Deutschland hat seit heute einen Märtyrer!

Es ist der schmerzlichste Schritt meines Lebens

Er hatte sehr hohe Erwartungen an sich selbst. So hohe, dass er sie am Ende selber nicht mehr erfüllen konnte.

Ich gehe ihn [den Weg des Rücktritts, StFeder] nicht nur wegen der Diskussion über meine Doktorarbeit, sondern auch wegen der Frage, ob ich die Ansprüche , die ich selbst an mich stelle, noch erfüllen kann.

Wahrscheinlich waren seine Ansprüche so hoch, weil er seine Position nicht wegen des Geldes, der Macht oder des Ansehen liebte, sondern weil sein Herz daran hing.

Manch einer mag fragen, warum dieser Schritt erst jetzt erfolgt. Niemand wird das Amt freiwillig aufgeben wollen, an dem das Herz hängt.

Und er ist ja nicht nur Politiker, er ist auch Mensch. Wie konnten das alle nur vergessen?

Abschließend ein Satz, der für einen Politiker ungewöhnlich klingen mag: …

Und als Mensch, da darf man auch mal Schwäche zeigen. Wir sind ja alle Menschen. Er hätte so gerne gekämpft. Aber am Ende konnte er nicht mehr kämpfen. Er hatte das Ende seiner Kräfte erreicht.

… Ich war immer bereit zu kämpfen, aber ich habe die Grenzen meiner Kräfte erreicht.

Man möchte ihn in den Arm nehmen. Er war doch ein so guter Mann. Wenn er nur nicht so hohe Ansprüche an sich selber hätte, wenn nur nicht so schwer hätte kämpfen müssen, wenn sein Herz nicht so sehr an der Sache gehangen hätte.Guttenberg

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zitiert nach Spiegel Online

Autofinale

Die Entscheidung ist gefallen: mein Auto muss gehen. In den letzten zwei Jahren hat es sich zu einem ziemlichen Geldgrab entwickelt und jetzt ist der Punkt gekommen, an dem ich denke, es ist an der Zeit sich zu trennen.

Rationale Entscheidung? Schwer zu sagen. Würde ich alles reparieren (lassen) was zu machen ist, würde mich das vielleicht 2.000 € kosten. Es sind zwischenzeitlich noch ein paar Dinge dazu gekommen. Und dann würde das Warten auf die nächsten Pannen anfangen. Auf der anderen Seite muss man für ein Auto in der Größe meines Fahrzeuges (untere Mittelklasse) minimal 6.000 € anlegen. Also 4.000 € mehr, als bei meinem jetzigen für die Reparaturen. Dafür hätte ich natürlich eine Zeit lang Ruhe mit Reparaturen. Aber auch nur eine begrenzte Zeit lang: für 6.000 € bekommt man viel, aber kein neues Auto.

Andersherum betrachtet: würde ich jetzt nochmal die 2.000 € in mein Auto stecken, hätte ich immer noch 4.000 € gespart, die ich für weitere Reparaturen anlegen könnte. Würde sich vielleicht sogar rechnen.

Wie auch immer man das sehen will und kann, die Entscheidung ist gefallen: der Vectra kommt weg. Mein Angebot vom Autohändler, bei dem ich mein erstes Auto gekauft habe: 500,- € für meinen Vectra B, BJ1996, 1,6l, 160.000km, Unfallschaden, größte Defekte: Abgasrückführsystem, Fensterheber, “Knarzende Hinterachse”.

Fast ein bisschen traurig…

Der letzte Stand der Reparaturen war übrigens folgender. Ich werde ihn dann auch mal aus der Seitenleiste entfernen und hoffe, dass ich so schnell keine neue Seitenleiste mehr für sowas brauche 🙂

Zu tun (geschätzte Kosten):

Stoßdämpfer (300,- €)
Blinker (_20,- €)
Scheinwerfer (_60,- €)
Wischwasserbehälter (100,- €)
Scheibenheber (150,- €)
Kotflügel (_40,- €)
Stoßstange (_60,- €)
Zahnriemen (150,- €)
Knarzen Hinterachse (300,- €)
Lackschäden (100,- €)
Lackieren Ersatzteile (100,- €)
geschätzte Kosten: 1380,- €.

In Arbeit (Kosten bis jetzt):

Stoßdämpfer (_45,29 €)
Blinker (__7,49 €)
Scheinwerfer (_38,99 €)

Kotflügel (_35,44 €)
Radhausschale (_13,99 €)
Stoßstange (_54,49 €)
Wischwasserbehälter (_27,00 €)

Erledigt (Kosten):

Stoßdämpfer (_45,29 €)
Wischwasserbehälter (_27,00 €)
Scheinwerfer (_38,99 €)
Blinker (__7,49 €)
Zahnriemen (473,86 €)
Kosten: 592,63 €.

1. Zwischenbericht
2. Zwischenbericht

Karten

Nachdem ich den letzten Artikel geschrieben habe, habe ich mir die Kiste genommen, in der wir die Karten sammeln, die wir zum Tod meiner Mutter bekommen haben. Ich hatte mir schon lange vorgenommen, die mal alle zu lesen, denn wir haben die Karten zu den Stoßzeiten mit 3 Personen geöffnet und durchgesehen, so dass ich nur ca. ein drittel der Karten gelesen habe.

Jetzt habe ich alle durch. Knapp 260 Stück. Teilweise lediglich mit dem Namen der Absender beschriftete Karten, teilweise Karten mit sehr persönlichen Worten. Und in Summe sehr schöne Karten. Wenns nicht makaber wäre, könnte man sich manche wegen der beeindruckenden Motive glatt an die Wand hängen.

Aus meinem Umfeld habe ich mitbekommen, dass große Unsicherheiten im Umgang mit Beileidskarten bestanden haben. Sollen wir eine Karte schreiben oder nicht? Lieber viel oder wenig schreiben? Persönlich oder unpersönlich? Geld rein oder nicht? Wenn ja wieviel? Vielleicht kann ich jetzt ein bisschen helfen…

  • Absender
    Das wichtigste, und zwar das allerwichtigste beim Schreiben von Karten an “Trauerhäuser” (oder wie auch immer man das nennen mag) ist, den Absender zu kennzeichnen. Bei uns sind nicht wenige Karten im Briefkasten gelandet, die nur mit einem Vornamen unterschrieben waren. Auch das Verwahren der Umschläge nützt da nichts: Absender gibts nur selten. Natürlich ist das kein Weltuntergang, schade ist es aber schon, wenn man nicht weiß, wer einem sein Mitgefühl ausspricht.
  • Karte: ja oder nein?
    Eine Karte schadet nie! Ich habe erlebt, wie gut es allen tat, wenn sie sahen: wir sind nicht alleine. Und die Karten waren der Beweis dafür, auch wenn gerade mal niemand in der Nähe war. Wenn man also schon soweit ist, über eine Karte nachzudenken, dann sollte die Entscheidung schon gefallen sein!
  • Was schreiben?
    Der Inhalt ist tatsächlich nicht so wichtig!
    Mich haben die Karten am meisten berührt, in denen Menschen von der Beziehung von sich selbst zu meiner Mutter geschrieben haben. Es tat auch jetzt wieder gut, diese Karten zu lesen.
    Gute Sprüche für Trauerkarten findet man übrigens bei Dietrich Bonhoefer (von ihm kenne ich jetzt glaube ich alle Trauersprüche) oder auch beim kleinen Prinzen (davon habe ich in zwei Karten jeweils unterschiedliche Auszüge gelesen).
  • Geld?
    Ich weiß nicht wie es bei anderen geschieht, ich erzähle wie es bei uns war: sofort nach Erhalt per Post haben wir die Karten (teilweise bestimmt 50 am Tag) geöffnet, das Geld rausgenommen, und wenn es keine längeren Texte gab manchmal sogar den Absender nicht wahrgenommen. Wir haben aber den erhaltenen Betrag in die Karten notiert. Als ich jetzt die Karten nochmal gelesen habe muss ich sagen: ich habe viele Dinge wahrgenommen, die Notiz, wer wieviel gespendet hat aber nicht.
    Ich würde sagen, lieber eine Karte ohne Spende, als keine Karte.

Wir haben einige Karten bekommen, die ich bestimmt noch des öfteren lesen werde. Aber ich weiß noch, welche Karten ich “damals” “gut” fand. Viele haben von ihrer Sprachlosigkeit geschrieben und Beileid entboten. Bekannte von meiner Mutter schrieben meiner Familie einfach nur

es tut uns so leid…

in ihre Karte. Weder originell, noch persönlich oder einfallsreich, aber was sollten sie mehr sagen? Die Karte zu lesen hat mich mehr Zeit gekostet, als manche andere mit einem langen Spruch.

Lange im Ohr lag mir auch eine Karte, die meine Mutter mir vielleicht auch so geschrieben hätte:

[…] gerade habe ich dein blog gelesen. Es tut mir sehr leid. Ich weiß, deine Mutter hat dir in 25 Jahren die Kraft gegeben, die du jetzt brauchst. […]

Am meisten beeindruckt hat mich die Karte, die mir ein junges Paar geschrieben hat. Es waren die jüngsten Absender einer Karte. Sie schrieben mir folgende Worte:

Was sagt man einem jungen Menschen in so einer schlimmen Situation wenn man selber zu jung ist um den Verlust zu begreifen… Wir können Dir nur sagen, dass es uns unendlich leid tut […]


Der Monat danach

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Abschied

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Ein ganz normaler Tag

Gestern war es so weit: nach drei Jahren konnte ich viele Dinge zum letzten Mal machen. Akten wegräumen, Akten raussuchen, mit Rechtspflegern telefonieren, in Grundbüchern “stöbern”. Der letzte Arbeitstag. Die letzten beiden Tage dieser Woche nutze ich die letzten beiden noch ausstehenden Urlaubstage. Man lässt sich ja nichts nehmen.

Der letzte Tag nach drei Jahren, davon zweieinhalb Jahre als Auszubildender, ist nicht viel anders als alle anderen Tage. Man macht ein bisschen weniger, weil man alles angefangene auch fertig bekommen muss, man räumt alle persönlichen Unterlagen beiseite, was innerhalb von fünf Minuten geschehen ist, verlängert die Frühstückspause ein wenig zum quatschen und Kuchen essen und verabschiedet sich ein wenig intensiver von allen Kollegen, die früher Feierabend haben. Am Ende überreichen mir die noch anwesenden Kollegen noch ein Abschiedspräsent:

Abschiedsgeschenk

Es war ein normaler Arbeitstag. Keine Sentimentalität.

Jetzt ist nicht mehr viel Zeit, bis zum Studienbeginn. Noch zwei Tage Urlaub, Wochenende und dann gehts mit dem ersten Vorkurs los. Dazu in Kürze mehr…

Abschied

Am vergangen Freitag wars soweit: Abflug meiner Freundin nach Spanien. Flughafen. Erstes mal bei Starbucks. Kakao. Gut aber teuer.

Beeindruckend so ein Flughafen. Wenn der Kölner Dom zu den größten Gebäuden gehört, die man je gesehen hat, man die Logistik am Bahnhof faszinierend findet und sich wundert, wie in den Einkaufszentren ala Centro Oberhausen eine Stadt in einem Gebäude sein kann, dann gehört man zu denen, die einen Flughafen auch nur zum Vergnügen besuchen können. Groß. Modern. Weitläufig. Voll.

Wenn man seine Freundin zum letzten Mal für vielleicht ein halbes Jahr sehen wird, fehlt einem für alle Details vielleicht ein wenig der Blick. Echte Abschiedsstimmung vermag in dieser Umgebung nicht aufzukommen.

Bevor meine Freundin und ihre mitreisende Kommolitonin boarden (so nennt man es wohl, wenn man, ähnlich wie bei Kinos, den Bereich betritt, zu dem nur Kartenbesitzer Zutritt haben), stehen wir in einem relativ engen Bereich. Kaum Raum für die aus den Filmen bekannten Abschiedsszenen. Ein letzter Kuss. Und weg ist sie.

Die erste SMS kommt eine knappe Stunde später. Sie sitzt jetzt im Flieger. Ist einer der LTU. Sollte sie nicht mit Air Berlin fliegen? Fünf Minuten bis zum Abflug.