StFeder.de

Versicherungsvertreter

Heute hatte ich Besuch. Ne, kein Versicherungsvertreter. Aber ich dachte, wenn ich "Zeugen Jehovas" schreibe, liest ja keiner mehr 😉 Zwei der Zeugen standen also heute vor meiner Türe. Zum dritten mal übrigens! Beim ersten mal haben die ein Buch dagelassen (ich würde es eher als Heft bezeichnen, aber die Vertreter Zeugen legten sehr viel Wert auf "Buch"), das ich zu lesen versprach. Eine Woche später standen sie vor der Türe und wollten mit mir drüber reden. Ich erbat einen Monat mehr Zeit, um mich in die Materie anzuarbeiten.

Der Monat ist abgelaufen. Heute bei schönsten Wetter standen also zwei vor der Türe. Typisch deutsch habe ich sie natürlich nicht in unser Haus gebeten, sondern sie auf unsere Gartenstühle (ohne Auflagen) in den Schatten gesetzt. Ich glaube, ich habe am meisten gefroren. Wir hatten tatsächlich eine angeregte Unterhaltung. Der Ältere der beiden war mir zwar ein wenig zu sehr auf die Bibel fixiert, aber interessant wars trotzdem. Ich hatte das Buch von vor einem Monat, das man wohl als Werbeblatt für den Glauben der Zeugen Jehovas und die Bibel gleichermaßen bezeichnen kann, ohne das abwertend zu meinen, wirklich auszugsweise gelesen und mich nebenher noch ein wenig informiert, so dass es eine Basis gab, auf der der Austausch stattfinden konnte.

Nach einer Stunde reden über Gott und Erlebnisse bei anderen zu bekehrenden Falsch-Anders- und Ungläubigen, kann ich zu meinem eigenen Erstaunen festhalten: Ich hatte es mit zwei freundlichen Menschen zu tun, von denen zumindest der jüngere auch Gegenargumente gelten lies, die keineswegs nur über Gott redeten und die nicht den Eindruck machten, als wollten sie um jeden Preis bekehren. Möglicherweise haben sie damit bei mir genau ihr Ziel erreicht, aber ich habe Versicherungsvertreter erlebt, die sich mit Argumenten Ihre Versicherungen schwerer getan haben, als diese beiden Menschen mit welchen für ihren Glauben.

Am Ende des Gespräches war ich nicht bekehrt. Ich habe abschließend darum gebeten von weiteren Besuchen abzusehen und mir noch ein "Erwachet!" in die Hand drücken lassen. Ich bin sicher, mindestens noch einmal werde ich einen der Herrn hier sehen, denn im nächsten "Erwachet!" sei ein Thema enthalten, dass mich mit Sicherheit interessieren würde.

Es ist nicht so, dass es ein unangenehmer Besuch war und ich der Stunde Zeit hinterhertrauere. Die Argumente der Zeugen waren mindestens interessant aber letztendlich geht es um Glaubensfragen und irgendwann stößt man da mit Argumenten (auf beiden Seiten) an seine Grenzen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.